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Barock - Leben zwischen Diesseits und Jenseits
Über
den Zeitraum des Barock gibt es (natürlich) verschiedene
Auffassungen. Während als engster Zeitrahmen des Barock die Jahre
zwischen
1600 - 1720 definiert werden, wird als breiteste Zeitspanne die
Zeitperiode zwischen 1600 - 1803 genannt.
Der Begriff "Barock" stammt aus dem 17. Jahrhundert und
wird vom portugiesischen barroca oder italienischen barocco
(schief, eigenartig) abgeleitet. Und so ist auch die
Stilrichtung anzusehen: verschnörkelt, überladen
und vereinzelt auch seltsam-grotesk.
Der Dreißigjährige Krieg mit seinen verheerenden Verwüstungen
und unendlich vielen Opfern hat seine Spuren hinterlassen:
Pessimismus prägt nun das Lebensgefühl. Der Tod ist
wahrscheinlich der Menschen in kaum einer Epoche so nahe gewesen
wie in dieser Zeit. Es ist die Zeit der Gegenreformation und
des Absolutismus.
Dies hat zu zwei gegensätzlichen Bewegungen geführt: dem
christlichen Memento mori (Gedenke, dass du sterben musst/Gedenke
des Todes) und dem weltlichen Carpe diem (Nutze den Tag).
Obwohl wohl Frankreich und Italien als wichtigstes Ursprungsland der barocken Architektur, der meist
unmittelbar die Möbelkunst nachfolgt, zu nennen ist, sind die
italienischen Barockmöbel nicht vorbildhaft für die weitere
Stilentwicklung.
So findet vielmehr in Flandern die
klassische Ausprägung frühbarocker Wohnkulturstatt statt, wo um 1620 in Antwerpen Peter Paul Rubens
sein Haus ausstattet.
In
Deutschland setzt der Barock aufgrund der Wirren und Verwüstungen
des Dreißigjährigen Krieges erst in der 2. Hälfte des
17. Jahrhunderts ein. Während sich die Fürstenhöfe am Pariser Geschmack
orientieren, bevorzugen die reichen Patrizierfamilien vor allem
des norddeutschen Raumes die niederländische und flandrische Möbelkunst
Durch
den zunehmenden Wohlstand des Bürgertums ist Wohnluxus
ist nicht mehr das alleinige Privileg der Aristokratie und der Fürstenhöfe,
sondern breitet sich immer stärker auch unter den besser
gestellten Bürgern aus.
Da man allgemein
eine mehr bewegliche Einrichtung schätzt, kommen leichtere Sitzmöbel
zunehmend in Mode. Diese sind häufig um das Zentrum des Raumes,
einem offenen, ummantelten Kamin angeordnet.
Das gedrechselte Säulenbein und der
Kugelfuß treten als neue Stilelemente auf.
Schränke sind seit der Mitte des 17. Jahrhunderts meist
zweitürig. Anrichten werden zum Büfett umgestaltet, und dienen
neben der Aufbewahrung von Gegenständen, auch dem
Repräsentieren. Insgesamt ist man dem Prunk sehr zugetan.
Auch chinesische und japanische Kunst findet durch Handels- und Kulturbeziehungen
einen gewissen Einfluss in den Barock
In
Frankreich werden, im Gegensatz zu den Niederlanden, eher die reich
geschnitzten, eingelegten und häufig vergoldeten Luxusmöbel
bevorzugt. Paris entwickelt sich unter Kardinal Mazarin und Ludwig
XIV. zur Kunstmetropole, die mit ihren prächtig ausgestatteten
Repräsentationsbauten stil- und geschmacksbildend wirkt.
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