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Rokoko - die neue elegante Leichtigkeit
Der Übergang
vom schweren, prunkvollen Repräsentationsstil des Barock zum
zierlichen Rokoko vollzieht sich in den 20 bzw. 30er Jahren des 18.
Jahrhunderts.
Während sich Barock durch die Härte des 30jährigen Krieges und
die Strenge des Absolutismus auszeichnete, ändert sich nun der
Lebensstil und die Einstellung zum Leben. Ein leichtfüßiges,
feinsinniges Lebensgefühl, gepaart mit vornehm-zarter
Sinnlichkeit und galanten Umgangsformen hält Einzug
in Europa. Auch geistig beginnt der Frühling: es ist die Zeit der Frühaufklärung.
Rokoko, auch Spätbarock genannt, gilt als eine
Weiterentwicklung des Barock. Aus diesem Grund ist es umstritten,
ob das Rokoko als eigene Kunstform gelten darf. Entsprechend
verwenden viele Kunsthistoriker den Begriff des Spätbarocks
anstelle des Rokokos. Dieser Begriff wird allerdings auch für den
Übergang des Barock zum Klassizismus gebraucht.
Im Gegensatz zum Barok hebt das Rokoko das statische Rahmenwerk und
die lineare Strenge auf, zeigt sich überaus
„verspielt“. Fast jedes Element wird in
geschweifte und gebogene Formen überführt. Zudem entsagt es sich der
strengen Symmetrie und erscheint als Epoche der ausgeschmückten, schwellenden und schmiegsamen
Eleganz.
Die Rocaille (franz.: Muschelwerk) soll namensgebend für
diese Kunstrichtung gewesen sein. Diese bewusste Abkehr von
Symmetrie wird später im Jugendstil wieder aufgegriffen.
Die
Metalleinlagen Boulles weichen der zarteren Marketerie aus exotischen
Hölzern; Bronzeschuhe, schnörkelige Schlüsselschilder und
Zuggriffe in Rocailleform verzieren die Möbelstücke, die
sich auch im Kontur dem schwingenden, bewegten Stil der Zeit
anpassen.
Die
Geselligkeit spielt sich in kleinerem, intimem Rahmen ab, so dass
nun vor allem Kleinmöbel, Beistelltische und ähnliches
gebraucht werden.
Lieblingseinrichtungsgegenstand
ist die Kommode, geschnitzt, gefasst oder mit kostbaren Hölzern furniert
oder intarsiert. Oft trägt sie eine marmorne Deckplatte, die
farblich auf das Möbelstück abgestimmt ist.
Der Konsoltisch hält als
neues Möbelstück Einzug. Er wird meist paarweise eingesetzt und
steht stets an einer Wand, oft unter hohen Spiegeln.
Lichteffekte - seien sie nun natürlich oder
künstlich - werden als Gestaltungsmittel aktiv für die Raumgestaltung des Rokoko
eingesetzt. Dieses gilt insbesondere für das Spiegelkabinett, das
nun in zahlreichen Häusern zur Geltung kommt.
Zahlreiche farbig gefasste Möbel in zarten Pastelltönen wie
Hellgelb, Hellblau und Hellgrün, meist kombiniert mit Gold oder
Silber, tragen zur hellen, freundlichen Wirkung der Innenräume
bei.
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